Stiftung Stuttgarter Lehrhaus
für interreligiösen Dialog
Dialog an interreligiösen Lernorten
Programm
Januar - Juli 2026
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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Lehrhauses,
unter dem Titel „Dialog an interreligiösen Lernorten“ legen wir Ihnen unser Halbjahresprogramm 2026/1 vor. Von Februar bis Juli 2026 laden wir Sie herzlich ein, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen, Fragen einzubringen und gemeinsam zu lernen – an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Formaten, verbunden durch das gemeinsame Anliegen, interreligiösen Dialog konkret und erfahrbar zu gestalten.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht auch in diesem Halbjahr das Lernen im interreligiösen Dialog. In Tora-Lernkreisen, Seminarreihen, Studiennachmittagen, Workshops, Filmvorführungen und weiteren Bildungsformaten kommen jüdische, christliche und muslimische Perspektiven miteinander ins Gespräch. Ausgangspunkt sind dabei Texte, Erfahrungen und aktuelle ethische sowie gesellschaftliche Fragen, die gemeinsam bedacht und diskutiert werden.
Einen besonderen Akzent setzen die jüdisch-muslimischen Studiennachmittage „Lebensfragen – jüdische und muslimische Ethik in der Praxis“. Gemeinsam mit Dr. Mahmoud Abdallah und Rabbiner Dr. Josh Ahrens widmen wir uns grundlegenden Fragen des menschlichen Lebens: dem Umgang mit dem Körper, Entscheidungen am Lebensende, Schwangerschaft und Geburt, sexueller Vielfalt, Fragen der Selbstbestimmung sowie Themen von Seelsorge, Trauer und Begräbniskultur. Die Reihe knüpft an die Erfahrungen der vergangenen Jahre an und wird inhaltlich weitergeführt. Die Studiennachmittage leben vom offenen Gespräch zwischen den religiösen Traditionen. Unterschiede werden benannt, Gemeinsamkeiten ausgelotet, und immer wieder wird gefragt, was religiöse Ethik für konkrete Lebenssituationen heute bedeuten kann. Die dialogische Form bietet Raum für Nachfragen, persönliche Erfahrungen und gemeinsames Nachdenken.
Darüber hinaus führt das Programm an unterschiedliche interreligiöse Lernorte: ins Stuttgarter Lehrhaus, in die Alte Synagoge Hechingen, ins Haus der Geschichte Baden-Württemberg, in kirchliche Räume – und mit einer besonderen Filmvorführung auch an den Erinnerungsort Auschwitz. Diese Orte eröffnen jeweils eigene Perspektiven auf Geschichte, Verantwortung und Gegenwart.
Inhaltlich reicht das Programm von Tora-Lernkreisen und der Seminarreihe „Die Bibel im Koran“ über die Auseinandersetzung mit Antisemitismus heute bis hin zu Fragen von Flucht, Menschenrechten und Erinnerungskultur. Mit der Tora-Lernwoche für Muslime setzen wir zudem ein bewährtes Format fort, das Raum für intensives Lernen und persönlichen Austausch bietet.
Viele Veranstaltungen entstehen in Kooperation mit langjährigen Partnern wie der AG Wege, der Gesellschaft für Dialog Baden-Württemberg sowie weiteren kirchlichen, zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie alle verbindet das Interesse an einem tragfähigen interreligiösen Dialog.
Wir laden Sie herzlich ein, unser Programm „Dialog an interreligiösen Lernorten“ zu entdecken und an den Veranstaltungen teilzunehmen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen, sei es digital per Zoom oder in Präsenz, und auf die Gespräche mit Ihnen.
Mit herzlichen Grüßen aus dem Stuttgarter Lehrhaus
Lisbeth Blickle
Vorsitzende
des Stuttgarter Lehrhauses
Zentrum für interreligiösen Dialog
Hasan Dadelen
Projektleiter und muslimischer Referent
des Stuttgarter Lehrhauses
Zentrum für Interreligiösen Dialog
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Tora-Lernkreis im Stuttgarter Lehrhaus
Wöchentlich, dienstags, 17:30 – 19 Uhr in Präsenz oder Zoom
Lernort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 196, 70193 Stuttgart
Leitung: Pfarrer Jochen Maurer
Das Stuttgarter Lehrhaus, die Arbeitsgruppe „Wege zum Verständnis des Judentums im Bereich der Evangelischen Landeskirche Württembergs (AG Wege)“ und das Forum für jüdische Bildung und Kultur bieten seit 2010 den Tora-Lernkreis im Stuttgarter Lehrhaus an. Hier treffen sich Christen, um aus der Tora nach jüdischer Auslegung zu lernen. Ziel dabei ist es die enge Bezogenheit und Zusammengehörigkeit von Judentum und Christentum zu entdecken, deren gemeinsame Wurzel im biblischen Israel liegt.
Die Lesung des kommenden Schabbats wird eingeführt und die zugeordnete Haftara gelesen, desgleichen der Psalm; letztere werden durch die Passage aus Tenachon vertieft. So werden die spannenden Bezüge sichtbar, die sich zwischen
Tora, Prophetentext und den Psalmen ergeben. Der Tora-Lernkreis findet weiterhin unter Leitung von Pfarrer Jochen Maurer, dem Pfarrer und Geschäftsführer der
AG Wege, statt. Für die Themen, die einzelnen Termine und Informationen zur Teilnahme für den Tora-Lernkreis wenden Sie sich bitte an
Pfarrer Jochen Maurer:
Tel. +49 (0)176 5365584
Jochen.Maurer@elk-wue.de
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Tora-Lernkreis in der Alten Synagoge Hechingen
Monatlich einmal, freitags, 18:30 – 20 Uhr
Lernort: Alte Synagoge, Goldschmiedstraße 20,
72379 Hechingen
Leitung: Prof. Dr. Oliver Dyma
Kostenbeitrag: 5 € pro Sitzung
Im Tora-Lernkreis wird unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Dyma anhand des Buches „Jüdische Spiritualität in der Tora und den jüdischen Feiertagen“ (Basel 2016) von Gabriel Strenger und der Lesung eines Auswahltextes der jeweilige
Wochenabschnitt der Tora ausgelegt. Im neuen Lernzyklus beziehen die Teilnehmenden zusätzlich den neuen Siddur von Gabriel Strenger – „Die Kunst des Betens – Spiritueller Leitfaden zum jüdischen Gebetbuch“ in das Tora-Lernen mit ein. Der Tora-Lernkreis ist eine Kooperationsveranstaltung des Stuttgarter Lehrhauses Zentrum für interreligiösen Dialog und der Initiative Hechinger Synagoge e.V.
Termine:
12. FEBRUAR 2026
13. MÄRZ 2026
24. APRIL 2026
22. MAI 2026
03. JULI 2026
31. JULI 2026
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„Fragt uns doch mal“
Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus
Eröffnung der Ausstellungsintervention
Sonntag, 8. Februar 2026, 15:00 Uhr
Ort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg,
Konrad-Adenauer-Straße 16, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Haus der Geschichte Baden-Württemberg,
gefördert und inhaltlich begleitet vom Stuttgarter Lehrhaus –
Zentrum für interreligiösen Dialog
Antisemitischer Hass nimmt spürbar zu. Als Museum stellt sich
das Haus der Geschichte Baden-Württemberg dieser gesellschaftlichen Herausforderung mit einer neuen Ausstellungsreihe.
AUSSTELLUNGSINTERVENTION
Ausgangspunkt war eine kritische Selbstbefragung der eigenen
Dauerausstellung:
• Wie zeigen wir Antisemitismus?
• Welche Perspektiven fehlen bislang?
• Und wie können jüdische Stimmen selbst sichtbar
werden?
Das Ergebnis ist die Ausstellungsintervention „Fragt uns doch
mal. Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus“ – die erste
kokuratierte Intervention innerhalb der Dauerausstellung des
Hauses. Sie lädt dazu ein, Antisemitismus aus jüdischen Erfahrungen heraus zu verstehen, Fragen zu stellen und in einen
offenen Dialog zu treten.
Die Ausstellungsintervention wurde vom Stuttgarter Lehrhaus
– Zentrum für interreligiösen Dialog gefördert und inhaltlich
begleitet. Das Stuttgarter Lehrhaus bringt dabei seine
langjährige Erfahrung in der Bildungsarbeit, im jüdisch-christlich-
muslimischen Dialog und in der Auseinandersetzung mit
Antisemitismus ein.
Zur Eröffnung am Sonntag, 8. Februar 2026, um 15:00 Uhr
laden wir Sie herzlich ein.
Nach einem Grußwort folgt ein Walk & Talk, bei dem die
Intervention in Tandemgesprächen – jeweils zwischen einer
Mitarbeiterin des Hauses der Geschichte und einer kokuratierenden Person – vorgestellt wird. Im Anschluss besteht Raum für Austausch und Gespräche.
Wir freuen uns, Sie im Foyer des Museums begrüßen zu dürfen.
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Die Bibel im Koran
Präsenzveranstaltungen mit Prof. Karl-Josef Kuschel
Monatlich, 19 – 20:30 Uhr
Ort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart
Veranstalter:
• Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog
• Gesellschaft für Dialog BW
Das Stuttgarter Lehrhaus und die Gesellschaft für Dialog Baden- Württemberg laden Sie herzlich zu unserer Lernkreisreihe „Bibel-Koran“ ein. Dieses Angebot findet im Stuttgarter Lehrhaus/ Paul-Gerhardt-Zentrum in Stuttgart statt und bietet
jeweils monatlich von 19:00 bis 20:30 Uhr eine Plattform, um die Kenntnisse und das Verständnis der beiden religiösen Texte zu vertiefen.
In Anbetracht der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist ein wechselseitiges interreligiöses Lernen von hoher Bedeutung. Der Koran berücksichtigt die biblischen und jüdisch-christlichen Überlieferungen, nimmt sie auf und interpretiert
sie neu. Diese Neuauslegungen und die Auseinandersetzung mit den Texten eröffnen eine Herausforderung, sich des eigenen Glaubens bewusster zu werden.
Leitung und Anleitung zur Reihe wird Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel aus Tübingen geben. Als Autor des Buches „Die Bibel im Koran. Grundlagen für das interreligiöse Gespräch“ (2017) bringt er fundierte Expertise mit, die Ihnen helfen wird, die Beziehungen und Unterschiede zwischen der Tora, der Bibel und dem Koran besser zu verstehen.
Um das Beste aus dieser Reihe herauszuholen, empfehlen wir Ihnen, im Vorfeld das Buch „Die Bibel im Koran. Grundlagen für das interreligiöse Gespräch“ (2017) von Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel zu erwerben. Dieses Buch dient als wichtige Grundlage für die Seminarreihe. Sie können es beim Patmos-Verlag bestellen. Da die Seminare aufeinander aufbauen, wird eine regelmäßige Teilnahme empfohlen.
Termine:
- DONNERSTAG, 12. FEBRUAR 2026 -Anfang des Lebens, Auferweckung zu neuem Leben: Die doppelte Schöpfung im Koran
https://us06web.zoom.us/meeting/register/qGfgvuesSdypRhNbw1xjGA
- MONTAG, 23. MÄRZ 2026 Leben nach dem Tod: Was erwarten Muslime, was Christen?
https://us06web.zoom.us/meeting/register/-CFBcMZOQk-810HBlgPVgg
Teilnahme/Anmeldung:
Die Veranstaltungen werden wir vor Ort als physische Präsenzveranstaltungen durchführen und zugleich als digitales Zoom-Meetings anbieten, mit der Möglichkeit
virtuell teilzunehmen. Eine Teilnahme erfolgt durch eine
Anmeldung per E-Mail bei unserer Geschäftsstelle. Anschließend
erhalten Sie von uns einen Zoom-Link mit weiteren Einwahlinformationen und eine technische Anleitung, die Sie zur Teilnahme befähigt.
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Gott im Wort
- Die Wurzeln der neutestamentlichen Theologie(n) in der hebräischen Bibel
Seminarnachmittag mit Prof. Klaus Wengst
Sonntag, 01. März 2026, 15 – 18 Uhr
Ort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart
Veranstalter:
Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog
in Kooperation mit der AG Wege
Teilnahmegebühr: 10 €
In seinem neuen Buch „Gott im Wort“ bietet Klaus Wengst eine „Theologie des Neuen Testaments“ als „Widerhall der jüdischen Bibel“. Die Hinrichtung Jesu an einem römischen Kreuz verschlug seiner Anhängerschaft die Sprache. Dennoch war
sie nicht ohne Worte. Vor allem hatte sie die Texte ihrer jüdischen Bibel. Sie findet Worte, mit denen sie die Ereignisse um Jesus deuten kann. Daraus entwickeln sich die Texte des Neuen Testaments.
Wengst stellt nicht die Theologien einzelner neutestamentlicher
Schriften nebeneinander. In fünf Kapiteln sucht er nach einem inhaltlichen Zusammenhang. Als durchgehendes Leitmotiv erweist sich die Frage, ja: der Schrei nach Recht und Gerechtigkeit.
Im Lauf des Studiennachmittags werden die zentralen theologischen Aussagen und ihre Hintergründe vorgestellt. Im zweiten Teil werden dafür wichtige Texte gelesen und erläutert
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Judentum und Christentum im Dialog nach der Shoah
Seminarnachmittag mit Dr. Valerie Jandeisek
Sonntag, 22. März 2026, 15 – 18 Uhr
Ort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart
Veranstalter:
Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog
in Kooperation mit der AG Wege
Angesichts der Shoah wurde das jüdisch-christliche Verhältnis neu gedacht. Exemplarisch zeigt sich dies an den Biographien und Werken von vier jüdischen und christlichen Denkern, die maßgeblich ab 1960 wirkten. Zentral ist bei ihnen das biblische Motiv des Bundes, das die Grundlage für ein partnerschaftliches
Miteinander bildet. Ihre Perspektiven sind geprägt von ihren Wirkungsorten Deutschland, Israel und den USA. Der Nachmittag steht unter der Frage: Was können wir aus ihren Werken für den Dialog zwischen den Religionen lernen?
Die protestantischen Denker sind Paul van Buren und Friedrich-Wilhelm Marquardt; die jüdischen Gelehrten sind Irving Greenberg und David Hartman. Im Laufe des Studiennachmittags werden die zentralen theologischen Aussagen und ihre Hintergründe vorgestellt. Im zweiten Teil werden dafür wichtige Texte gelesen und erläutert.
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Lebensfragen Jüdische und muslimische Ethik in der Praxis
Jüdisch-muslimische Studiennachmittage 2026
Ab April, sonntags, 15 – 18 Uhr
Veranstalter:
Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog
in Kooperation mit der AG Wege
Wie gehen Judentum und Islam mit existenziellen Lebensfragen unserer Zeit um?
Die jüdisch-muslimischen Studiennachmittage 2026 laden dazu ein, zentrale ethische Herausforderungen aus jüdischer und muslimischer Perspektive gemeinsam zu reflektieren – theologisch fundiert, dialogisch organisiert und praxisnah orientiert. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um Körper, Leben,
Verantwortung, Selbstbestimmung, Seelsorge und Trauer. Mit dieser Reihe setzen wir die erfolgreiche Veranstaltungsreihe der vergangenen Jahre fort. Diese Reihe befasst sich mit lebensnahen und alltäglichen Themenbereichen. Es werden
jüdische und muslimische Perspektiven auf zentrale ethische und existenzielle Fragen des Lebens gemeinsam reflektiert.
Die Moderation übernimmt Pfarrer Jochen Maurer. Mitwirkende Referenten sind Dr. Mahmoud Abdallah
und Rabbiner Dr. Josh Ahrens.
1. STUDIENNACHMITTAG
SONNTAG, 19. APRIL 2026,
15 – 18 UHR, VIA ZOOM
Ethische Fragen am Lebensende:
Organspende und Patientenverfügung
Wie verstehen Judentum und Islam die Würde und Unversehrtheit des menschlichen Körpers?
Der Auftakt widmet sich der religiösen Bedeutung des menschlichen Körpers. Im Zentrum stehen jüdische und islamische Vorstellungen von Körperwürde,
Lebensschutz und Verantwortung am Lebensende. Diskutiert werden Organspende, Patientenverfügungen sowie ethische Entscheidungsfindung in Grenzsituationen zwischen Lebensverlängerung und Sterbebegleitung.
2. STUDIENNACHMITTAG
SONNTAG, 03. MAI 2026,
15 – 18 UHR, VIA ZOOM
Abtreibung und stille Geburt – Zwischen Lebensschutz, Notlagen und religiöser Verantwortung
Dieser Studientag greift ein besonders sensibles Feld religiöser Ethik auf. Ausgehend von klassischen Quellen und gegenwärtigen Auslegungen werden jüdische und muslimische Positionen zu Schwangerschaftsabbruch, medizinischen Indikationen und dem Umgang mit stiller Geburt vorgestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seelsorglicher Begleitung und dem Spannungsfeld zwischen religiöser Norm und individueller Lebenssituation.
3. STUDIENNACHMITTAG
SONNTAG, 31. MAI 2026,
15 – 18 UHR, VIA ZOOM
Sexuelle Vielfalt und religiöse Verantwortung –
Zwischen theologischer Tradition, ethischer Reflexion und seelsorglicher Praxis
Wie gehen jüdische und muslimische
Traditionen heute mit sexueller Orientierung und Vielfalt um? Im Gespräch stehen klassische religiöse Texte, zeitgenössische Auslegungen sowie aktuelle seelsorgliche Erfahrungen.
Im Mittelpunkt steht das Spannungsfeld zwischen der Bindung an die religiöse Überlieferung und der Verantwortung
gegenüber dem einzelnen Menschen in seiner konkreten Lebenswirklichkeit.
4. STUDIENNACHMITTAG
SONNTAG, 28. JUNI 2026,
15 – 18 UHR, VIA ZOOM
Körperliche Unversehrtheit und Schönheitsoperationen
– Körperbild, Selbstoptimierung und
religiöse Ethik
Dieser Studientag reflektiert moderne Formen der Körpergestaltung aus jüdischer und muslimischer Perspektive. Thematisiert werden kosmetische Eingriffe, medizinische Indikationen sowie ethische Fragen nach Selbstbestimmung, gesellschaftlichem Druck und den Grenzen religiös verantworteter Selbstsorge.
5. STUDIENNACHMITTAG
SONNTAG, 25. OKTOBER 2026,
15 – 18 UHR,
PRÄSENZVERANSTALTUNG +
VIA ZOOM
Seelsorge, Trauerbegleitung und Begräbniskultur –
Religiöse Praxis im Umgang mit Tod und Verlust
Ort: Stuttgarter Lehrhaus
im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart
Der abschließende Studiennachmittag
findet bewusst in Präsenz statt. Im Mittelpunkt stehen seelsorgliche Praxis, Trauerbegleitung und Begräbniskulturen
im Judentum und im Islam. Neben theologischen Impulsen werden praktische Erfahrungen, Fallbeispiele
und Raum für Austausch eine zentrale Rolle spielen.
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„Being a Refugee“
Filmvorführung & Gespräch in Auschwitz
Sonntag – Montag, 26. – 27. April 2026
Veranstalter: Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog in Kooperation mit dem Dunaj Dialogue Institute – Human Rights Platform
Ort: Oświęcim (Auschwitz), Veranstaltungsort der
Human Rights Platform des Dunaj Dialogue Institute
(Details zum Veranstaltungsort erhalten angemeldete Teilnehmende vorab)
Im Rahmen des Programms der Human Rights Platform des Dunaj Dialogue Institute findet in Auschwitz eine besondere Filmvorführung mit anschließendem Gespräch statt. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Being a Refugee“, der eindrücklich
persönliche Flucht- und Migrationserfahrungen von Menschen in den Mittelpunkt stellt, die ihre Heimat verlassen mussten.
Der Film gibt Geflüchteten Raum, ihre Geschichten in eigenen Worten zu erzählen – jenseits politischer Schlagworte, Zahlen oder abstrakter Debatten. Er macht sichtbar, was es bedeutet, alles zurückzulassen, in Unsicherheit zu leben und dennoch Hoffnung, Würde und Menschlichkeit zu bewahren. „Being a
Refugee“ ist dabei bewusst als dialogisches Bildungsprojekt angelegt: Er will nicht belehren, sondern berühren, sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.
Die Vorführung wird begleitet von einem Gespräch mit Hasan Dadelen, Projektleiter des Stuttgarter Lehrhauses – Zentrum für interreligiösen Dialog, sowie Lisbeth Blickle, Vorsitzende des Stuttgarter Lehrhauses. Beide haben den Film in
unterschiedlichen Bildungs- und Dialogkontexten präsentiert
und bringen ihre Erfahrungen aus der interreligiösen und menschenrechtlichen Bildungsarbeit in das Gespräch ein.
Gerade am Ort Auschwitz erhält der Film eine besondere Tiefenschärfe: Die Auseinandersetzung mit aktuellen Fluchtgeschichten verbindet sich hier mit der historischen Verantwortung, Menschenrechte nicht nur zu erinnern, sondern aktiv zu verteidigen. Die Filmvorführung versteht sich daher als Einladung zum gemeinsamen Nachdenken über Verantwortung,
Empathie und den Schutz der Menschenwürde in Vergangenheit und Gegenwart.
Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zum Austausch und zur offenen Diskussion mit den Referierenden.
Es wird eine englisch-sprachige Version des Films gezeigt. Das im Anschluss stattfindende Filmgespräch findet ebenfalls in
englischer Sprache statt.
Teilnahme: Interessierte melden sich bitte per E-Mail an
info@stuttgarter-lehrhaus.de
Für die Teilnahme bitten wir zu beachten, dass die Anreise sowie
gegebenenfalls anfallende Übernachtungskosten eigenständig
organisiert und getragen werden müssen.
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Tora-Lernwoche für Muslime
Mit Rabbiner Jeschaja Ballog aus Jerusalem
Freitag – Sonntag, 24. – 26. Juli 2026
Uhrzeit wird noch bekannt gegeben
Ort: Stuttgarter Lehrhaus im Paul-Gerhardt-Zentrum,
Rosenbergstr. 192, 70193 Stuttgart
Veranstalter: Stuttgarter Lehrhaus in Kooperation mit der Gesellschaft für Dialog Baden-Württemberg und der AG Wege
Teilnahmegebühr: 40 € (Studierende erhalten auf Anfrage eine Ermäßigung)
Die Tora-Lernwoche für Muslime lädt auch in diesem Jahr zu einer intensiven, dialogischen Auseinandersetzung mit der jüdischen Schrifttradition ein. Anknüpfend an die Erfahrungen der vergangenen Jahre richtet sich die Lernwoche an muslimische Teilnehmende, die die Tora nicht nur als historische Quelle,
sondern als lebendige Auslegungstradition kennenlernen möchten – in ihrer innerjüdischen Vielstimmigkeit und in ihrem Resonanzraum zum Islam.
Im Zentrum stehen das gemeinsame Lernen am Text, das Fragenstellen und das theologische Gespräch auf Augenhöhe. Wie wird Tora gelesen, ausgelegt und diskutiert? Welche Rolle spielen Midrasch, rabbinische Debatte und Mehrdeutigkeit?
Und was bedeutet es für Muslime, sich der Tora als eigenständiger Offenbarungstradition respektvoll und lernbereit zu nähern?
Rabbiner Jeschaja Ballog führt die Teilnehmenden in klassische und zeitgenössische Formen jüdischen Lernens ein. Dabei geht es nicht um Vergleich oder Harmonisierung, sondern um Verstehen durch Nähe: um das Ernstnehmen der jeweils eigenen religiösen Logik, um Differenzen – und um überraschende
Berührungspunkte. Die Lernwoche bietet Raum für Textarbeit, Gespräch, Rückfragen und persönliche Reflexion. Die Tora-Lernwoche für Muslime versteht sich als Beitrag zu einem vertieften jüdisch-muslimischen Dialog: theologisch
fundiert, spirituell offen und getragen von der Überzeugung, dass gemeinsames Lernen Vertrauen schafft.
Teilnahme: Interessierte melden sich bitte per E-Mail an
info@stuttgarter-lehrhaus.de
Hinweis: Die Lernwoche richtet sich ausdrücklich an muslimische
Teilnehmende mit Interesse an interreligiösem Lernen.
Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht zwingend erforderlich.
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NEUER PODCAST:
„BIBEL UND KORAN IM DIALOG“
Wir freuen uns, Ihnen unseren neuen interreligiösen Podcast „Bibel und Koran im Dialog“ vorzustellen!
Moderiert von Hasan Dadelen, muslimischer Referent der Stiftung Stuttgarter Lehrhaus, beleuchtet dieser Podcast die Verbindungen zwischen Bibel und Koran. Prof. Karl-Josef Kuschel gibt dabei spannende Einblicke in die vielfältigen Beziehungen zwischen jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen.
Was erwartet Sie?
- Einblicke in die Geschichten der Bibel und des Korans
- Spannende theologische und interreligiöse Perspektiven
- Impulse für den interreligiösen Dialog in der heutigen Zeit
Wann & Wo?
- Monatliche Folgen ab Februar 2025
- Jetzt hören auf Podigee: https://bibel-und-koran.podigee.io/feed/mp3
- Auch verfügbar auf Apple Podcasts & Spotify – einfach nach „Bibel und Koran im Dialog“ suchen!